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Zwischen BILD und Bildung

Bildungsmesse in Ensdorf bot Raum für Diskussion und Vernetzung

Die Frage, wie Bildungsarbeit ansprechend gestaltet werden kann, stellen sich viele Vereine und Verbände. Und insbesondere stellen sich diese Frage Gewerkschaften. Nicht nur Rechtsschutz, Tarifverhandlungen und Demonstrationen sind Ihr Metier. Die Weiterbildung ihrer Mitglieder und das Anbieten interessanter Veranstaltungen ist für sie wesentlich. Gleichzeitig agieren Gewerkschaften mit der Ausrichtung von Veranstaltungen als wichtige demokratische Akteure.Bildungsmesse_IG BCE.JPG

Aber welche Angebote gibt es? Wie kann Bildungsarbeit spannend gemacht werden? Um auf diese Fragen antworten zu finden, luden das Bildungswerk Saarland ARBEIT UND LEBEN e. V. und der IG BCE-Bezirk Saarbrücken zu einer Bildungsmesse nach Ensdorf.

In der zum Veranstaltungszentrum umgebauten Weißkaue des ehemaligen Bergwerks Duhamel informierten elf Aussteller über ihre Angebote. Als Ergebnis bot sich den Besucherinnen und Besuchern ein bunter Strauß unterschiedlichster Fortbildungen, Seminare, Bildungsreisen und Aktivitäten.

Der Höhepunkt der Bildungsmesse war die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion „Zwischen BILD und Bildung – Die Rolle der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit“. Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur, Eugen Roth, Landtagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender im DGB Bezirk Rheinland-Pfalz/Saarland sowie Christine Köppl, Gewerkschaftssekretärin im IG-BCE-Landesbezirk diskutierten unter Leitung von Heike Wendorff vom BIldungswerk Saarland ARBEIT UND LEBEN e. V.

Kontrovers wurde über den Zugang von Gewerkschaften zu Schulen und das saarlandäische Bildungsfreistellungsgesetz diskutiert. Insbesondere der notwendig einzubringende „Eigenanteil“ für den sogenannten „Bildungsurlaub“ wurde dabei kritisch diskutiert. Dieser führt nach Einschätzung des Podiums zu einer deutlich geringeren Nutzung dieser Bildungsmöglichkeiten durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Häufiger wurde dabei auf Rheinland-Pfalz verwiesen, das an dieser Stelle „weiter sei“, wie Roth betonte – auch wenn das im Saarland nicht gerne gehört würde.

Chrstine Köppl betonte zum Abschluss: "Gewerkschaftliche Bildungspolitik muss wieder attraktiver für die Menschen werden. Da gehören politische Rahmenbedingungen dazu, aber auch eine Veranstaltung wie die heutige erinnert uns an eines der Kernthemen gewerkschaftlicher Bewegungen - Aufstieg durch Bildung“.

Um diesen Gedanken nicht aus dem Fokus zu verlieren und gute Rahmenbedingungen für eine attraktive gewerkschaftliche Bildungsarbeit zu liefern, war nach einhelliger Meinung diese Veranstaltung ein wichtiger Beitrag.



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Das Podium (vlnr.): Dietmar Geuskens, Chrstine Köppl, Ulrich Commerçon, Heike Wendorff und Eugen Roth